Please use this identifier to cite or link to this item: http://dx.doi.org/10.25673/93925
Title: Tigecyclin in der antibiotischen Drittlinientherapie bei Patienten mit hämatologischen oder onkologischen Erkrankungen : Eine retrospektive Auswertung von 200 Fällen mit persistierender/rezidivierter febriler Neutropenie
Author(s): Geßner, Daniel
Referee(s): Geginat, Gernot
Schmidt-Hieber, Martin
Granting Institution: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Issue Date: 2021
Type: Doctoral thesis
Exam Date: 2022
Language: German
Publisher: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
URN: urn:nbn:de:gbv:ma9:1-1981185920-958820
Subjects: Neutropenie
Tigecyclin
Abstract: Die febrile Neutropenie ist eine häufige Komplikation nach Chemotherapie (CTx) mit hoher Morbidität und Mortalität. Eine Antibiotikatherapie sollte rasch eingeleitet werden. Während die Effektivität der antibiotische Erstlinientherapie bei febriler Neutropenie durch viele Studien gut belegt ist, haben nur wenige Studien bisher die antibiotische Therapie bei persistierender/rezidivierter (p/r) febriler Neutropenie untersucht. Tigecyclin ist ein Reserve-Antibiotikum, das in einigen Zentren bei febriler Neutropenie, außerhalb der Zulassung, eingesetzt wird. In dieser retrospektiven, monozentrischen Studie wurde das Therapieansprechen und die 30-Tage-Mortalität von Patienten untersucht, die bereits eine Zweitlinientherapie mit einem Carbapenem erhalten hatten und anschließend bei p/r febriler Neutropenie mit Tigecyclin behandelt wurden (TGC-Gruppe). Das Therapieansprechen wurde als Fieberfreiheit innerhalb von 5 Tagen und ≥7 Tage anhaltend definiert. Die Ergebnisse wurden mit Patienten verglichen, bei denen ein Antibiotikawechsel erfolgte, aber kein Tigecyclin gegeben wurde (ABW-Gruppe), oder eine Watch & Wait-Strategie ohne Umstellung durchgeführt wurde (W&W-Gruppe). Es wurden 200 Fälle mit p/r febriler Neutropenie von 176 Patienten mit hämatologischen oder onkologischen Erkrankungen analysiert. Die häufigste Grunderkrankung war mit 61,0% der Fälle die akute myeloische Leukämie (AML). Alle Patienten entwickelten nach CTx eine febrile Neutropenie und wurden nach Versagen der Erstlinientherapie mit einem Carbapenem behandelt. Unter der Therapie mit einem Carbapenem entwickelten alle Patienten erneut p/r Fieber. In 84,0% der Fälle lag beim Versagen der Carbapenem-Therapie noch eine Neutropenie vor. Eine antibiotische Drittlinientherapie wurde in insgesamt 162 Fällen (81,0%) durchgeführt (TGC- und ABW-Gruppe). In die TGC- 3 Gruppe wurden 91 Fälle eingeteilt. Tigecyclin wurde in 87 Fällen (95,6%) mit Ceftazidim kombiniert. In der ABW-Gruppe waren 71 Fälle und in der W&W-Gruppe waren 38 Fälle vertreten. Ein Therapieansprechen, im Sinne einer zeitnahen anhaltenden Entfieberung, trat in 70,5% aller Fälle ein. Es gab keinen signifikanten Unterschied im Therapieansprechen (TGC: 73,6%; ABW: 62,0%; W&W: 78,9%; p=0,12) oder der 30-Tage-Mortalität (TGC: 7,7%, ABW: 7,0%, W&W: 5,3%; p=0,94) im Vergleich der drei Therapiegruppen. Patienten mit Fieber unklarer Genese (FUO) hatten ein signifikant besseres Ansprechen als bei mikrobiologisch dokumentierten Infektionen (MDI) oder Pneumonie (MDI: 59,5%; Pneumonie: 58,7%; FUO: 86,7%; p<0,001). Diese Untersuchung zeigt, dass eine Kombinationstherapie mit TGC in der 3. Linie bei p/r febriler Neutropenie nach Versagen einer Carbapenem-Therapie das Ansprechen gegenüber anderen Antibiotika oder einer W&W-Strategie nicht signifikant verbessert. Insbesondere bei klinisch stabilen Patienten mit FUO könnten somit Reserve-Antibiotika eingespart werden.
URI: https://opendata.uni-halle.de//handle/1981185920/95882
http://dx.doi.org/10.25673/93925
Open Access: Open access publication
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