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Titel: Conceptualization and implementation of eudaimonic well-being in HCI
Autor(en): Jörs, Julian Marvin
Gutachter: De Luca, Ernesto WilliamIn der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Körperschaft: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Fakultät für Informatik
Erscheinungsdatum: 2025
Umfang: xviii, 274 Seiten
Typ: HochschulschriftIn der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Art: Dissertation
Datum der Verteidigung: 2025
Sprache: Englisch
URN: urn:nbn:de:gbv:ma9:1-1981185920-1234330
Schlagwörter: Software engineering
human-computer interaction
eudaimonia
Softwareentwicklung
Mensch-Computer-Interaktion
Eudaimonie
Zusammenfassung: The question of which paradigms, doctrines, or even ethical and legal guidelines should determine the exact formof human-centeredness in computer science remains open in the development of human-centered systems. Especially in the discussion about the use of automated decision-making systems, which increasingly make use of artificial intelligence architectures, there is a continuum of opinions ranging from a dystopian characterization of the future to the study of artificial intelligence (AI) as a cure-all. When attempting to define ethical principles, it must be acknowledged that the interpretation of moral principles of good and evil remains a question of individual reasoning. The separation into the two instances therefore did not seem to make sense in approaching the concept of human-centeredness. Frankly, the hermeneutics of human-centeredness is complex to the extent that necessitated a focus on alternative, supposedly more robust doctrines of development: the harmonization of human-centeredness and eudaimonic well-being, or rhetorically: is a system possibly human-centered if it contributes to human’s well-being in some way? This paradigm forms the core of the entire dissertation. In a narrow sense, this paradigm is a compromise that the weakness of ethics prevents us from formalizing, structuring, or even defining a boundary object or a theoretical framework for computer science. Eudaimonia, as a historical school of thought in Aristotelian philosophy, is a virtue ethics that obligates individuals morally to focus on their virtues of action, not the goal of their actions. One might think that it is too weak, reusing my own wording, but eudaimonia has been given a psychological research perspective that has manifested itself in emerging patterns of behavior and orientation over the last few decades. Hence, an opportunity arose for computer science and at the same time a research gap to draw the form of human-centered development of systems with the help of the eudaimonic perspective. The eudaimonic perspective of well-being opened up the possibility of avoiding a discussion about good and evil along the observed dimensions of behavior. The dissertation is intended to provide a comprehensible introduction to the topic, i.e. first of all, the use of the term eudaimonia in human-computer interaction (HCI) was explored. It is supplemented by a further literature study that shows a range of measurement applications specifically in the context of HCI. They serve us to derive a uniform understanding of the term, take into account the perspectives of eudaimonia in HCI, but also to point out contradictions in their interpretation, and formulate suggestions for solutions. Apart from this literature work, which was necessary due to the lack of a boundary object of eudaimonia in HCI, the perception of different systems regarding eudaimonic virtues and experiences was examined in multiple studies. In the context of this dissertation, a total of five studies will be described chapter by chapter, which should lead to further insights in the context of eudaimonic well-being in HCI. In particular, the use of artificial intelligence and eudaimonic experience of interactive systems was of importance, which can also be found in the dissertation. The four eudaimonic interaction design principles have been derived from the studies and have been incrementally integrated into the theoretical frameworks for the analysis and development of interaction systems, taking into account eudaimonic action and thus eudaimonic well-being. They serve as design guidelines for human-centered systems and address both the analytical and the developmental levels. This dissertation is intended as a foundational work on the methodological approach to the development of eudaimonic-centered systems, but it also includes two concrete architectural examples to emphasize the architectural engineering dimension of this dissertation. These studies have also led to extended insights into the conceptualization of eudaimonia in HCI. In conclusion, it should be stated that this dissertation, with its use of philosophical-psychological research, has enabled the elaboration of theoretical concepts and the concrete development of systems and thus should also be an inspiration for future ambitions to focus on the topic of eudaimonic well-being and technology use.
In der Entwicklung menschenzentrierter Systeme verbleibt oftmals die unbeantwortete Frage, welche Paradigmen, Doktrinen, oder gar ethischen und gesetzlichen Richtlinien die genaue Form von Menschenzentriertheit in der Informatik bestimmen sollen. Gerade in der Diskussion um den Einsatz von automatisierenden Entscheidungssystemen, die sich zunehmend Architekturen künstlicher Intelligenzen bedienen, zeigen sich wie in einem Kontinuum Meinungsvertretungen von einer dystopischen Charakterisierung der Zukunft bis zur Erhebung der künstlichen Intelligenz (KI) zu einem Allheilmittel. Bei dem Versuch, sich an eine Definition ethischer Grundsätze zu wagen, so muss man anerkennen, dass die Auslegung moralischer Prinzipien von Gut und Böse als eine Frage der individuellen Argumentation verbleibt. Die Trennung in beide Instanzen erschien daher nicht sinnvoll, sich demBegriff derMenschenzentriertheit zuzuwenden. Offen gesagt, ist die Hermeneutik von Menschenzentriertheit in einem Umfang komplex, die einen Fokus auf alternative, vermeintlich robustere Entwicklungsdoktrinen notwendig machte: Die Harmonisierung von Menschenzentriertheit und eudaimonischer Zufriedenheit. Der oder die Einzelne kann auch die rhetorische Frage stellen: Ist ein System womöglich dann menschenzentriert, wenn es den Menschen in einer gewissen Weise zufrieden stellt? Dieses Paradigma bildet den Kern der gesamten Dissertation. Im engeren Sinne ist dieses Paradigma ein Kompromiss, dass die Schwäche der Ethik verhindert, ein Bindungsobjekt oder ein theoretisches Rahmenwerk für die Informatik zu formalisieren, strukturieren oder gar zu definieren. Die Eudaimonie, als historische Denkweise der Aristotelischen Philosophie, ist eine Tugendethik, die den Einzelnen dazu ethisch verpflichtet, seine Tugenden, und nicht das Endziel seiner Handlung, zu fokussieren. Man möge meinen, sie ist als Tugendethik zu schwach, um hier den eigenen Wortlaut wiederzuverwenden, jedoch hat die Eudaimonie eine psychologische Forschungsperspektive erhalten, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte in sich abzeichnenden Regelmäßigkeiten, Handlungsmustern und Orientierungen manifestieren ließ. Es ergab sich somit eine Chance für die Informatik und zugleich eine Forschungslücke, die Form menschenzentrierter Entwicklung von Systemen mithilfe der eudaimonischen Perspektive zu zeichnen. Die eudaimonische Perspektive von Zufriedenheit eröffnete die Möglichkeit, sich entlang der erfassten Dimensionen des Handelns einer Diskussion um Gut und Böse zu entziehen. Die Dissertation soll eine verständliche Einführung in die Thematik bieten, d.h. zunächst wurde die Begriffsverwendung von Eudaimonie in der Mensch-Computer-Interaktion (MCI) erarbeitet. Sie wurde darüber hinaus über eine weitere Literaturarbeit ergänzt, die eine Gesamtheit anMessanwendungen konkret im Kontext der MCI aufzeigt. Sie dienen uns, ein einheitliches Begriffsverständnis abzuleiten, die Perspektiven auf Eudaimonia in derMCI zu berücksichtigen, aber auch Widersprüche in ihrer Auslegung aufzuzeigen und Lösungsvorschläge zu formulieren. Abseits dieser Literaturarbeiten, die aufgrund der fehlenden Existenz eines Bindungsobjekts der Eudaimonie inMCI notwendig waren, wurden in multiplen Studien die Wahrnehmung unterschiedlicher Systeme auf eudaimonische Tugenden des Handelns überprüft. Im Rahmen dieser Dissertation sollen insgesamt fünf Studien kapitelweise beschrieben werden, die im Rahmen der eudaimonischen Zufriedenheit in MCI zu weiteren Erkenntnissen führen sollten. Die vier Entwurfsprinzipien eudaimonischer Interaktionen wurden aus den Studien abgeleitet und sind in mehreren theoretischen Rahmenwerken der Analyse und Entwicklung von Interaktionssystemen unter Berücksichtigung eudaimonischen Handelns und damit eudaimonischer Zufriedenheit aufbauend integriert worden. Sie dienen als Entwurfskriterien für menschenzentrierte Systeme und thematisieren sowohl die analytische als auch die Entwicklungsebene. Diese Dissertation ist als Grundlagenwerk zur methodischen Herangehensweise zur Entwicklung von eudaimonisch-zentrierten Systemen gedacht, sie beinhaltet aber darüber hinaus zwei konkrete architektonische Umsetzungen, um den ingenieurstechnischen Charakter dieser Dissertation zu betonen. Auch diese Studien haben erweiterte Erkenntnisse hervorgebracht, die Konzeptualisierung von Eudaimonie in HCI zu konkretisieren. Abschließend lässt sich formulieren, dass diese Dissertation mit ihrer Verwendung von philosophisch-psychologischen Forschungsarbeiten die Erarbeitung theoretischer Konzepte und die konkrete Entwicklung von Systemen ermöglicht hat und somit zugleich zukünftige Inspiration für Ambitionen sein soll, sich der gemeinsamen Thematik von eudaimonischer Zufriedenheit und Technologienutzung fokussiert zu widmen.
Anmerkungen: Literaturverzeichnis: Seite 211-274
URI: https://opendata.uni-halle.de//handle/1981185920/123433
http://dx.doi.org/10.25673/121480
Open-Access: Open-Access-Publikation
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Enthalten in den Sammlungen:Fakultät für Informatik

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